Faszination Tibet bei sam nok: Erstes Sandmandala Hannovers

Im Oktober 2006 wurde bei sam nok unter dem Thema Faszination Tibet das erste Sandmandala Hannovers von tibetischen Mönchen gelegt. Bei der 10-tägigen Veranstaltung gab es außerdem Tanz, Vorträge über die Geschichte der Sandmandalas, Tibet, sowie die Wirkung und Kraft der tibetischen Medizin. Bei der Abschlussveranstaltung am 25. Oktober wurde das Sandmandala traditionell zum Ende des Rituals zusammengestrichen und dem Wasser – in unserem Fall dem Mittellandkanal – übergeben. Die im Sand vereinte Energie und Kraft von Liebe und für Frieden wird so dem Kreislauf des Wassers und des Lebens zugeführt. Gemeinsam mit Geshe Gendun Yonten und Dr. Lama Jampa hat das Team von sam nok die Veranstaltungsreihe mit den Themenschwerpunkten tibetische Sandmandalas und tibetische Heilkunde auf die Beine gestellt und die abwechslungsreichen und interessanten Tage genossen.

Zum Hintergrund des Mandalas

Im Tibetischen Buddhismus wird zu besonderen Anlässen ein Mandala aus farbigem Sand erstellt. Dieses bedeutungsvolle Ritual wird nur von ordinierten Mönchen ausgeführt. Meist dauert es mindestens 5 Jahre, bis ein Mönch diese Praxis erlernt hat. Für den einfachen Betrachter wirkt es auf den ersten Blick nur wie ein farbenfroher, detailreicher Kreis aus farbigem Sand. Für Anhänger des tibetischen Buddhismus gilt er als der Wohnsitz einer bestimmten buddhistischen Gottheit. Diese Gottheit wird im Zentrum des Mandalas dargestellt. Um sie herum erkennt man die jeweiligen Schutzgottheiten. Alle zusammen bewohnen einen meist quadratischen Palast mit vier Eingängen. Der Palast ist von außen zusätzlich reichlich verziert. Zunächst werden die genauen Umrisse mit Zirkel, Lineal und Bleistift auf die Fläche übertragen. Die Mönche nutzen anschlißend feine Metallrohre um mit dem bunt eingefärbten Sand dann die Flächen auszufüllen. Dies erfordert äußerste Konzentration und Feingefühl und kann einige Tage in Anspruch nehmen. Ein Mandala soll die Teilhabe an den der Gottheit zugeschriebenen Eigenschaften ermöglichen. Esstrahlt Ruhe und Harmonie aus. Mandalas sind vergängliche Kunstwerke, denn zur Erstellung gehört ebenfalls die rituelle Zerstörung.

Das tibetische Mandala ist ein Mittel, um Weisheit und Mitgefühl zu erlangen, und dient dazu, Menschen auf dem Weg der Erleuchtung zu leiten. Die Mönche meditieren über das Mandala, indem sie es sich als dreidimensionales Gebilde vorstellen. Die Visualisierung fördert die geistige Konzentrationsfähigkeit des Praktizierenden. Auch wird dabei die Ich-Anhaftung, die im Buddhismus als Ursache allen Leids gesehen wird, mehr und mehr aufgelöst.

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